2007

Historisches Ereignis in der 2. Runde?

2. Runde auf Hessen- und MTS-Ebene

Die Beantwortung der Frage ist wohl eher etwas für die Historiker im Verein, aber zuerst zu den Geschehnissen:

In der Hessenliga begrüßte unsere 1. Mannschaft die Zeilsheimer Schachtiger (Ffm-West) zum Lokalderby. Den knappen 4,5-Sieg aus der letzten Saison galt es zu erneuern.
Wir spielten wieder einen Grand (ohne die ersten 3 Buben) und waren sicher nicht der Favorit. Hinzu kam, dass Ffm-West durch das Erfolgserlebnis aus der ersten Runde (5:3-Sieg gegen Bensheim) sicherlich frei aufspielen konnte und der Druck auf uns lag.
Es entwickelte sich ein ausgeglichener Wettkampf. Lediglich am 6. Brett (Dieter Meinzer) wollten die Beobachter einen leichten Vorteil des Eppsteiners erkannt haben.
Die schnelle Führung gelang Carsten Kreiling am 4.Brett mit einem sehenswerten Angriff (Schlüsselzug Dh4!) gegen den Königsflügel von Berthold Ambrosius.
Am Spitzenbrett konnte F-West kurz danach ausgleichen, da Erich Zweschper nach eigener Meinung zuerst ein Tempi -da er einen Einschlag auf h7 unnötig abdeckte- und später die Partie verlor.
Am Brett 5 (Günter Liebeck – Roger Fischer) verbreiteten beide Spieler in den eigenen Reihen, das man selbst schlecht stünde. Roger traute sich in der „beiderseitig schlechten Stellung“ ein remis anzubieten, was Günter Liebeck annahm. Die FRITZ 9.0-Bewertung attestiert Roger das bessere Stellungsgefühl, da er tatsächlich um etwas mehr als eine halbe Bauerneinheit schlechter stand.
Am 8. Brett willige unser sonst so kampfeslustige Alexander Sehr (gegen den „Gast-Eppsteiner“ Jörg Rutkowski) früh ins remis ein.
Nachdem Dr. Bergit Brendel an Brett 7 gegen unseren Joachim Hollstein bewies, dass zwei Türme stärker als eine Dame sind, lies sie den Sieg aus und ermöglichte Joachim ein Dauerschachnetz aufzubauen. Zwar schaute sie noch eine Weile in die Partie um das remis zu umgehen, aber den Beobachtern war klar, dass das die Punkteteilung zum 2,5:2,5 unumgänglich ist.
Die restlichen 3 Bretter standen in Summe etwas besser für uns (Peter Raab und Dieter Meinzer jeweils mit einem Mehrbauer sowie Bernd Steyer im ungewohnten Altinder ausgeglichen).
Als sich Dieter Meinzer gegen Volker Svitek ohne große Zeitnot beim Blitzen vergriff (Grundlinienmatt im 39. Zug übersehen), kamen Erinnerungen an unseren letztjährigen Kampf in Dettingen hoch.
Doch die verbliebenen Zwei zeigten keine Nervenschwächen mehr.
Bernd Steyer spielte an Brett 3 mit den schwarzen Steinen gegen Marathonmann Ullrich Bonnaire. Nachdem der West´ler in beachtlichen 3:27h den Marathon hinter sich brachte und deshalb erst mit 20min Verspätung ankam, bot ihm Bernd auf halber Strecke (beim Stand von 1:1) remis an. Ulli Bonnaire wollte an diesem Tag jedoch zweimal finishen. Bernd gelang es in ein minimal besseres Endspiel abzuwickeln in dem sein Springer gegen den weißen Läufer langfristig einen kleinen Vorteil zu haben schien. Aufkommende konditionelle Schwierigkeiten wurden von U. Bonnaire im Anschluß bestritten, aber seinen Widerstand hätte er in Topform sicherlich zäher geführt. Bernd glich mit diesem Sieg zum 3,5:3,5 aus.
Nun richteten sich alle Augen auf Brett 2, wo Peter Raab gegen Ferdinand Niebling neben seinem Mehrbauervorteil noch einen schönen Angriff gegen den König vortrug. Dem Westler blieb nur ein Qualleopfer. Durch genaues und druckvolles Spiel vermied Peter ein langes Ende und zwang F. Niebling sehr schnell zur Aufgabe. Der Vorjahreserfolg war damit mit dem gleichen Ergebnis erneuert.


Die 2.te Mannschaft gewann ihr Heimspiel gegen Raunheim durch Siege von Stefan Heinz, Jürgen Förster, Jörg Nies, Udo Hipler und das remis von Bernd Winter am Spitzenbrett. Christoph Doll unterlief ein Figureneinsteller, als er einen Dameneinschlag auf b7 unterschätzte. Seine weiteren Bemühungen das drohende Ergebnis noch zu ändern, blieben leider erfolglos. Den ersten Brettpunkt steuerte Jürgen Förster bei, der nach nur 20 Zügen den Gegner Matt setzte. Das Remis von Bernd Winter kann schon fast als voller Punkt angesehen werden, denn die Chancen auf ein pünktliches Eintreffen waren verschwindend gering. Als dann um 14:55 Uhr Bernd in der Tür auftauchte, war die Freude auf Eppsteiner Seite umso größer. Jörg Nies gab nach Bauerneinsteller des Gegners die Zügel nicht mehr aus der Hand und dominierte die Partie bis zur Aufgabe des Raunheimers. Udo Hipler konnte gegen Bernd Kronenburg trotz wechselseitiger Remisangebote nach hartem Kampf seinen Mehrbauern im gleichfarbigen Läuferendspiel gewinnbringend einsetzen. Stefan Heinz bezwang aufgrund seines Stellungsvorteils einen ehemaligen Spieler aus der 2. Bundesliga (Dr.Zwack) in der Zeitnotphase und steuerte den wichtigen Siegespunkt bei. Die beiden folgenden Niederlagen von Khayot Khalimov und Bruno Goetz waren dann auch nur noch Ergebniskorrektur für die Gegner. Beide konnten ihre Turmendspiele trotz hartem Kampf nicht ausgleichen.


Eppstein 3 konnte Rüsselsheim 3 mit 4:2 auf Distanz halten. Es gewannen die ersten 4 Bretter mit Karl Geins, Dieter Ehling sowie den Youngstern Kai Baumann und Michael Wisdom. Beim Stand von 3:2 war es unser 1.Vorsitzender der am Spitzenbrett alles klar machte. Nur Günter Gorzawski und Dietmar Schnabel mußten ihre Partien aufgeben.


Auch die 4. Mannschaft hatte allen Grund zur Freude beim Auswärtsspiel in Kelkheim (V)
Zunächst hatte der Kelkheimer M. Deutscher leider mit Magenproblemen zu kämpfen und gab daher die Partie an Brett 3 gegen Markus vor dem ersten Zug kampflos auf.
Dann gewannen Mannschaftsführer Michael Friedrich und Gerrit Retagne ihre Partien an den Spitzenbrettern zwar unspektakulär aber sehr sicher.
Bernd Friedrich spielte eine abwechslungsreiche Partie in Hinsicht „Materialvorteil“. Durch eine Unaufmerksamkeit (Abzugschach übersehen) verlor er den Vorteil seiner Mehrdame und fand sich plötzlich in einer Verluststellung (0:1). Cedric Anger, der seinen ersten Mannschaftskampf bestritt, zeigte alles, nur keine Nervosität. Er hatte mit zwischenzeitigem Damenopfer einen Bauern erobert und wollte unbedingt gewinnen. In dieser Phase schlug er mehrmals selbstsicher Remisangebote seines Gegners aus. Nachdem er die Stellung fast schon überzogen hatte, bot er selbst Remis an, was der Gegner trotz etwas chancenreicherer Stellung, aber mit schlechterer Restbedenkzeit annahm.
Einzelergebnisse:
Bittner D. : Friedrich Michael 0:1
Staiger N. : Retagne Gerrit 0:1
Deutscher M. : Friedrich, Markus 0:1 kampflos
Deutscher R. : Anger, Cedric remis
Studenroth M. : Friedrich Bernd 1:0


Nochmal zurück zur eingangs gestellten Frage für die Historiker: Wann haben zum letzten mal alle Eppsteiner Mannschaften gleichzeitig gewonnen?